Fernweh bedeutet für mich… (Blogparade)

fernweh

Sabine hat auf Ihrem Blog Ferngeweht gefragt, was Fernweh bedeutet.

Zuerst einmal denke ich, dass nicht jeder Fernweh hat. Ich kenne sehr viele Leute, die lieber auf ihrem heimischen Balkon sitzen und voll und ganz damit zufrieden sind. Bei dem Gedanken eine fremde Stadt zu erkunden oder gar in ein weit entferntes Land zu reisen, würde ihnen auf der Stelle panische Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Ich persönlich brauche es zwischendurch einfach mal, „raus“ zu kommen aus dem Alltag. Deswegen mache ich gerne Städtereisen, um einfach mal ein oder zwei Tage etwas anderes zu sehen. Manchmal reicht da auch schon ein Wochenende bei meinen Eltern, um dem Alltag zu enfliehen. In der Woche bin ich abends oft sehr müde, gerade jetzt in der dunkleren Jahreszeit, und kann mich nicht wirklich zu etwas motivieren. Mein Fernweh beschränkt sich dann oft nur auf das Wochenende. Was ich in der Woche mache, sind aber „Fotoreisen“. Ich fange an zu googeln oder suche bei Instagram nach irgendeinem Ort auf der Welt, der mir gerade in den Sinn kommt. Zuletzt war das zum Beispiel Cuba. Dann verliere ich mich gerne in irgendwelchen Tagträumen und schon bin ich meinem Alltag einen kleinen Moment entflohen. Währenddessen sitze ich aber auch gerne auf meinen Balkon oder sitze in der Bahn auf dem Rückweg von der Arbeit und innerlich träume ich von der Transsibirischen Eisenbahn 🙂  Klar bin ich gerne unterwegs und schaue mir fremde Orte an, aber genauso gern bin ich auch zu Hause. Ich liebe auch die Vorfreude auf eine Reise. Nächsten Monat geht es kurz vor Weihnachten nochmal nach Paris und ich träume jetzt schon von den Lichtern auf der Champs-Élysées. Nächstes Jahr bin ich zum ersten Mal in Stockholm und kann es jetzt schon nicht abwarten. Manchmal reichen mir kleine Auszeiten in der Nähe und manchmal muss es eben auch ein klein wenig weiter entfernt sein. Das Verlangen ganz weit weg zu reisen hatte ich bis jetzt aber noch nicht. Ich reise auch gern mit anderen und lese deswegen gerne Reiseblogs. Zuletzt war ich mit Melanie und Thomas in Maine, was es mir seit den Büchern von John Irving ziemlich angetan hat, bin oft mit Ulrike in China, mit Shaoshi in Shanghai, gehe mit Paleica durch den Wiener Stadtpark und Myriam hat mich gruseln lassen. Meine Blogroll ist voll von Möglichkeiten, mein Fernweh zu stillen und das sogar ganz kostengünstig 😉

Was ist denn nun Fernweh? Ganz klar einfach aus dem Alltag auszubrechen, auf welchem Wege auch immer. Manche reisen dafür in weit entfernte Länder, manche nur in das Nachbardorf, manchmal reicht ein Bildband über ein Land und wiederum andere schauen, welche Fotos jetzt gerade auf Instagram gepostet werden. All diese Menschen brechen – sei es auch nur für einen kurzen Moment – aus ihrem Alltag heraus und entdecken etwas Neues.

Wie sieht Euer Fernweh aus und was macht Ihr um dieses zu stillen? Oder habt Ihr tatsächlich gar kein Fernweh und Ihr freut Euch, wenn Ihr bei der Arbeit seid, schon wieder darauf am Abend zu Hause zu sein?

Autor: Sarah

Hier bloggt Sarah, eine Flaneurin aus Köln, die gerne fotografiert, Orte erkundet, Bücher liest, Filme schaut und Kaffee trinkt. Das hier ist mein Sammelsurium.

20 Gedanken zu „Fernweh bedeutet für mich… (Blogparade)“

  1. Ausbrechen und etwas Neues sehen… Ja, das trifft es wunderbar! Im Tagträumen bin ich da auch ganz groß. 😉
    Oh, Maine hört sich toll an (und sieht toll aus!) – nicht nur wegen Irving (wenn ich dann jetzt noch mehr von ihm lese), auch durch Stephen King verbinde ich damit schon eine Menge. Durch Bücher kann man ja auch so einige Trips zu ganz unterschiedlichen Orten auf der Welt unternehmen – das stillt mein Fernweh oft schon ganz gut. Aber viel, viel besser ist es dann eben doch, die entsprechenden Orte mit eigenen Augen zu sehen!

  2. ich glaub, ich hab eine sehr ähnliche strategie. das liegt halt auch daran, dass ich nicht die ganze zeit unglücklich sein möchte, weil ich nicht weg kann, schließlich hat man ja einen lebensmittelpunkt und der betrifft meist nicht das reisen. ich liebe für diese dinge pinterest oder auch die ganzen fotoseiten auf facebook, die mich inspirieren zu stöbern und auch mal reisen zu planen, die ich irgendwann umsetzen will. inzwischen versuche ich einfach, die zeit zu nützen und mögilchkeiten zu finden, aus dem alltag rauszukommen.
    heuer geht es für mich auch nochmal nach paris (endlich! ich habe hier ein paar erinnerungen zu erneuern und ein paar andere zu überlagern 🙂 ), anfang nächstes jahr vielleicht nach kopenhagen, im frühling nach münchen und vielleicht nach berlin (mal sehen) und was den „urlaub“ an sich angeht weiß ich noch gar nichts. jedenfalls habe ich pläne und allein das ist schon sehr viel wert 🙂

    1. Ja, eben. Man hat einen Lebensmittelpunkt und „baut“ den Rest sozusagen drumherum. Da kann man ja nunmal nicht nur unterwegs sein. Also kann man schon, aber das möchte ich persönlich nicht.

      Paris ist SO toll. Immer wieder 🙂 Ich wünsche Dir jetzt schon viel Spaß!

      1. manchmal denke ich mir schon, so globetrotter sein, das wäre sicherlich toll. zu ende gedacht wäre es aber nichts für mich. es gibt halt einige orte auf der welt, die ich während meiner zeit hier selbst und mit eigenen augen sehen möchte, das ist sehr bereichernd – trotzdem komme ich immer wieder gerne nachhause.

        danke danke! ich war ja 2009 schon einmal in paris und habe mich hals über kopf in die stadt verliebt. leider damals mit der „falschen“ begleitperson, da muss nachgebessert werden 😉

  3. Sehr schöner Beitrag und Danke für den Link 😉

    Das „Mitreisen“ auf anderen Blogs mache ich auch regelmäßig. Dabei kommt man ja oft in Regionen, wo man selber vielleicht nicht hinfahren möchte oder man entdeckt Ziele für die eigenen Planungen. Daher sauge ich alles Mögliche an Reiseblogs förmlich in mir auf,

    LG Thomas

  4. Das hast du schön geschrieben – und vielen Dank für die freundliche Erwähnung 🙂

    Ich muss auch ab und zu raus und was anderes sehen. Ein Wochenende ist mir da viel zu wenig, aber leider geht es zeitlich meistens nicht anders …

    Mit Bildern „verreise“ ich in Gedanken aber auch gern.

    LG
    Shaoshi

    1. Dankeschön! Ja, die Zeit ist irgendwie immer ein Problem. Klar, es gibt Leute, die alles über den Haufen werfen und dann mal für ein Jahr oder länger sagen „Ich bin dann mal weg“, aber das ist dann doch nicht meins.

      Liebe Grüße
      Sarah

  5. Hallo Sarah, sich über Bücher in die Ferne träumen, darüber habe ich auch in meinem Beitrag zur Fernweh-Blogparade geschrieben. Desweiteren müssen es ja auch nicht immer unbedingt Städtereisen sein, um einem kurzfristige Fernweh zu entkommen. Viele kennen die direkte Umgebung ihrer Stadt noch nicht mal. Wenn es meine Zeit zulässt, dann bin ich zum Beispiel viel in Hamburg unterwegs und entdecke immer etwas Neues. Das Ganze halte ich dann hier fest: http://www.hamburg-fotos-bilder.de und freue mich über Vielfalt, die sich direkt vor meiner Haustür bietet.

    Viele Grüße aus der Hansestadt!

    1. Hallo Nick,

      oh ja, das stimmt! Man kann immer wieder in der eigenen Stadt schöne Dinge entdecken, wenn man mal mit offenen Augen durch die Gegend läuft 😉

      Viele Grüße
      Sarah

  6. Hallo Sarah,
    vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast meine dann doch längeren Posts zu lesen, das freut mich total. Wodurch haben sich deine Intoleranzen denn bemerkbar gemacht? Bei mir wird danach ja auch gerade getestet. Dieses von Arzt zu Arzt Gerenne ist wirklich mega nervig, irgendwann mag man dann auch nicht mehr. Deine Erleichterung glaube ich dir gerne, ich hoffe die habe ich auch bald.. bis dahin heißt es abwarten. Danke für deine aufbauenden Worte, habe mich total über deinen Kommentar gefreut 🙂

    Zum Thema Fernweh kann ich auch etwas beisteuern. Zuletzt war ich mit meinem Freund auf Mallorca und ich habe mich unheimlich in die Insel verliebt, besonders die Kathedrale in Palma hat es mir angetan. Nächstes Jahr fliege ich mit Freundinnen nach Mallorca und ich habe jetzt schon unendlich Fernweh, freue mich riesig auf die Reise. Nachdem ich das Buch Inferno von Dan Brown gelesen hatte, hatte ich total Lust nach Italien zu reisen und die dort beschriebenen Städte zu erkunden, das hat sich bis heute nicht gelegt. Hach, Italien wäre jetzt toll <3 Das Gefühl nach einem Urlaub nach Hause zu kommen ist aber auch immer total schön und ich glaube, dass ist auch das Schönste 🙂

    Liebe Grüße,
    Susi

    1. Hallo Susi,

      Deine Frage werde ich auf Deinem Blog beantworten 😉

      Ja, ich liebe Mallorca auch so sehr, aber nur abseits vom Ballermann. Mir habe es besonders die kleinen Berdörfer angetan. Da würde ich gern jetzt auf der Stelle wieder hin!

      Liebe Grüße
      Sarah

      1. Hallo Sarah,

        auf dem Ballermann war ich ehrlich gesagt noch gar nicht xD Ich fand auch die Hafenstädchen wunderschön <3

        Deine Geschichte hört sich auch wirklich nervig an. Das ewige Hin- und Hergeteste mit den verschiendenen Lebensmitteln muss ziemlich aufwändig gewesen sein, aber die Hauptsache ist, das du deinen Körper nun verstehst und weißt, was er verträgt und was nicht. Das finde ich toll und das würde ich auch total gerne von mir sagen können. Leider habe ich das Gefühl, dass es immer tagesabhängig ist. Heute mag er keinen Salat, morgen liebt er Salat und mag dafür keine Nudeln.. irgendwie hat sich da noch nichts Genaues eingestellt. Aber vielleicht muss ich da auch noch besser in mich hinein horchen. Der ‘Reistest’ hört sich auf jedenfall vielversprechend an und auch das Ernährungstagebuch ist eine tolle Idee!

        Ich warte jetzt erstmal die Ergebnisse der letzten Tests ab und dann mal sehen, wie genau es weitergeht. Ich danke dir auf jedenfall für deine lieben Kommentare 🙂

        Liebe Grüße zurück,
        Susi

  7. Hej Sarah,

    toll geschrieben. Ich bin wohl eher von Natur aus ein unsteter Mensch; reise sehr gern und entdecke die Welt… Da das leider nicht zu jeder Zeit geht, träume ich mich ebenfalls mit anderen Reiseblogs fort oder schmiede Pläne, was ich noch einmal sehen möchte. Dabei helfen kleine Wochenend-Ausflüge, die Zeit bis zum nächsten großen Urlaub zu überbrücken.

    Grüße aus Schweden Heike

    1. Hallo Heike,

      Dankeschön! Ja, genau. Irgendwie hat man sich ja dann doch irgenwann für einen Ort als Lebensmittelpunkt entschieden und sich dort alles aufgebaut. Da bin ich persönlich dann auch nicht der Typ dafür, immer wieder sozusagen neu anzufangen. Und nur unterwegs sein geht ja auch nicht, wenn man einem normalen Job nachgeht. Wir waren dieses Wochenende bei meinen Eltern und da fühle ich mich dann auch immer wie im Kurzurlaub. Genau solche kleinen Dinge reichen manchmal schon.

      LG Sarah

      1. Hej Sarah,
        das sind doch die wirklichen Oasen der Ruhe, die man im Alltag braucht und ich glaube, dass ein Wochenende daheim, weitaus mehr Wellness-Oase ist, als ein Spa-Hotel, oder ;)?

        Wann fährst du denn nach Stockholm? Falls du noch Tipps brauchst,sag Bescheid….
        Liebe Grüße aus Schweden Heike

        1. Hey Heike,
          ja, auf jeden Fall! Ich bin generell auch gar nicht so der Spa-Hotel-Typ und Wellness wird mir schnell zu langweilig. Da trinke ich lieber Kaffee mit meiner Familie und gehe im Park spazieren.

          Wir fahren erst Ende Mai nach Stockholm und das auch nur für zwei Tage, so dass wir vorrangig die gängigen Touristenattraktionen abklappern wollen. Wenn ich Fragen habe, melde ich mich auf jeden Fall! Danke 🙂

          Liebe Grüße
          Sarah

  8. Danke für deinen Kommentar. Musste sehr schmunzeln, da es mir hier genauso ergeht: Fast nur gelb und braun. Die roten Blätter habe ich in meiner Heimatstadt beim Familienbesuch gesehen.

    Schöner Post. Fernweh habe ich auch hin und wieder. Desshalb lese ich gern Reiseblogs, schaue auf unsere große Europakarte und überlege mir schöne Roadtriprouten oder schaue mir Urlaubsbilder an. Ich muss aber auch nicht ständig unterwegs sein. Gerade in der dunklen Jahreszeit freue ich mich auf zu Hause. Ich bin mit meinem Alltag recht glücklich und Reisen ist da einfach die Sahne^^ Es ist halt einfach spannend und mitunter auch abendteuerlich auf Reisen zu sein

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